Retouren - Segen für Sie, Fluch für die Umwelt 

Der Online-Handel boomt und damit steigt auch die Anzahl an Paketen, Verpackungen und auch Rücksendungen. Die Modebranche macht mit knapp einem Viertel des gesamten Online-Handels einen großen Teil aus. Der Transport und Handel machen ein bis zehn Prozent der Gesamtemissionen aus. Also gilt weiterhin, wer Gutes für die Umwelt tun möchte, achtet darauf, was gekauft und wie es hergestellt wird.

Was den eigenen Einkauf umwelt(un)freundlich macht, ist insbesondere der Weg zum Geschäft. Fährt man mit dem Auto rund 5 km zum Supermarkt, werden 600 bis 1.100 Gramm CO₂ ausgestoßen. Fährt man mit dem Fahrrad, liegt der Ausstoß bei 0 Gramm. Bei der Lieferung einer Bestellung werden im Schnitt zwischen 200 und 400 Gramm CO₂ verbraucht, da die Lieferfahrzeuge häufig sehr gut ausgelastet sind. Was jedoch die Umwelt belastet, sind die Versandverpackungen, Rücksendungen und die sogenannte letzte Meile, also der letzte Abschnitt der Lieferung.

Da man beim Onlineeinkauf das Produkt nicht sieht und anprobieren kann, werden oft mehrere Artikel bestellt, beispielsweise in verschiedenen Größen und somit auch häufiger zurückgeschickt. In Deutschland wurde 2019 im Schnitt jedes zweite Paket einer Kleidungsbestellung zurückgesendet. Das sind täglich etwa 800.000 Pakete. Das muss noch einmal wiederholt werden: Jeden Tag werden achthunderttausend Pakete, die bereits einen Transportweg hinter sich haben, mit einem Retourenlabel versehen und fahren den gleichen Weg zurück. Mit den 400 Tonnen CO₂, die dabei entstehen, könnte man auch 255-mal die Strecke nach Peking fahren. 

Die Universität Bamberg gibt an, dass vier Prozent dieser zurückgesendeten Artikel entsorgt werden. Das klingt erst mal nicht viel, sind in Summe aber immer noch 20 Millionen Artikel, die keine Chance auf ein zweites Leben haben. Leider ist es aus steuerlicher Sicht nicht lohnend, die Artikel zu spenden, da hier die Mehrwertsteuer anfällt. Bei Zerstörung können die Artikel einfach abgeschrieben werden. Was nicht zerstört wird, kann wieder in das Sortiment aufgenommen werden. Ein kleiner Anteil wird vergünstigt als B-Ware angeboten.  

Das Attraktive an Retouren ist die Möglichkeit, dies kostenlos tun zu können. Vermeintlich zumindest. Denn die Versandhändler legen die Mehrkosten für diesen Service auf die Artikel um und so wird jeder Artikel für alle von vorne rein etwas teurer angeboten.

Tipps für ein nachhaltigeres Onlineshopping-Erlebnis

Sie können aktiv werden, um die Menge an Retouren gering zu halten. Achten Sie auf die Produktbeschreibung und kaufen Sie nur das, was Sie benötigen und wo Sie sich ziemlich sicher sind, dass Sie es behalten möchten. Im besten Fall kaufen Sie nur die Produkte online, die Sie nicht in Ihrer Nähe selbst kaufen können. Durch vorausschauendes Kaufen können Sie Ihren Einkauf bündeln und sparen mehrere Anfahrten. Wenn Sie doch bestellen sollten, planen Sie Ihre Anwesenheit ein. Je öfter versucht wird, ein Paket zuzustellen, desto schlechter die Umweltbilanz.
Auch der Kauf von Secondhand-Kleidung ist eine gute Idee. Es fallen zwar weiterhin die Emissionen für den Transport an, aber die der Herstellung fallen weg. Ziemlich guter Deal, oder? Um die Anzahl an Retouren gering zu halten, wird bei uns eine Pauschale von 2,80 € erhoben. So können Sie sicher sein, dass unsere Produkte einen fairen Preis tragen.. Um die Anzahl an Retouren gering zu halten, wird bei uns eine Pauschale von 2,80 € erhoben. So können Sie sicher sein, dass unsere Produkte einen fairen Preis tragen.

Autorin: Pascale Kaufmann

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