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Vintage Vintage

Dauertrend Vintage

Ab wann gilt ein Kleidungsstück eigentlich als "Vintage"? Und was heißt Vintage überhaupt? Machen wir einen kleinen Ausflug zu unseren französischen Nachbarn, begegnet uns das Wort „vin“ so ziemlich an jeder Ecke - spätestens, wenn wir auf ein Glas Wein in ein Bistro einkehren. Der Begriff „Vintage“ steht im Englischen ursprünglich für „Weinlese“ oder „Jahrgang“. Dessert- und Schaumweine wie Sekt und Champagner werden, wie viele andere Weinprodukte auch, meist mit verschiedenen Jahrgängen „verschnitten“. Wird nur ein (meist besonders guter) Jahrgang verwendet, wird dies als „Vintage“ im Etikett vermerkt und steht dann für „erlesene“ bzw. „hervorragende Qualität. Das sieht man auch öfter bei Portweinen, Sherrys oder Weinbränden wie Cognac. 

WeinrebeWeinrebe
Champagner FlascheChampagner Flasche

Heute wird der Begriff Vintage in der Gesellschaft mit alt, originalund seltenin Verbindung gebracht. Es handelt sich dabei um Produkte, die aufgrund einer Produktionseinstellung Unikat-Charakter haben und damit dann auch abseits von Weinen zu den erlesenenStücken gehören. Vintage steht für Kleidung, Schuhe, Accessoires, Möbel und generell Produkte, die zwischen 1920 bis Ende 1980 hergestellt wurden. Alles vor 1920 zählt schon zu den antikenStücken.

 

Bleiben wir bei der Mode, können wir sagen, dass es sich um besondere Kleidungsstücke aus einer Zeit handelt, in der mit Tabus gebrochen wurde und sich in der Mode viel getan hat - insbesondere in der Frauenmode. Was die 90er angeht, ist es bezogen auf die Vintage-Etikettierung etwas grenzwertig, da manche Trends sich in dem Jahrzehnt schon wiederholten und keine großen modischen Umbrüche mehr stattfanden. Manche ziehen den Vintagekreisjedoch etwas großzügiger und nehmen der Einfachheit halber alles mit, was älter ist als 20 bis 25 Jahre. So dürften dann auch die Buffalo Schuhe aus den 90ern oder die Low Waist Jeans aus der Y2K(Year 2000) Mode in der Vintage Kiste landen. 

Frau sitzt im Vintage Look in einem OldtimerFrau sitzt im Vintage Look in einem Oldtimer

Oder doch wieder bei den Favoriten im Kleiderschrank. Denn aktuell sieht man in den Läden von H&M, Zara & Co wieder einige Produkte die aussehen, als stammen sie aus den Zeiten ab 1970. Bunte Schlaghosen mit grafischen Prints, gestrickte Tops, Crop Tops, Bandeaus, Hüfthosen, weit ausgestellte Hosen, kräftige Farben, Fransen und Pailletten im Überfluss. Auch die eben genannten Buffalo Schuhe können wieder geshoppt werden. Da die Produkte jedoch Neuproduktionen sind, die lediglich den Stil der Mode aus den entsprechenden Jahrzehnten übernommen haben, spricht man in dem Fall dann vom Retro Look(kurz von Retrospektive- rückblickend). Neue Produkte, die mittels diverser Maßnahmen auf alt gemacht werden, bezeichnet man als Kleidung imVintage-Stil. 

 

Vintage ist nach wie vor im Trend. Warum eigentlich? Es gibt verschiedene Erklärungen, die vermutlich einzeln und auch in der Gesamtheit zutreffen können. Zum einen ist laut Cameron Silver, Gründer der DecardesVintage Boutiquen, das Bewusstsein für ökologisch nachhaltiges Handeln gestiegen. Zum anderen leben wir in einer unglaublich schnelllebigen Welt, was laut der Professorin Sabine Sielke zu Retrowellenführen kann. Wir sind auf der Suche nach Sicherheit, Beständigkeit und Authentizität. Auch Antje Schünemann vom Hamburger Trendbüro sieht den Punkt einer unveränderlichen Verlässlichkeit, gekoppelt mit einem heile WeltGedanken als Gegenpol zu einem zu vielan Freiheit. Außerdem wollen wir uns, umgeben von global agierenden Modeketten, von der Masse abheben und unsere Einzigartigkeit modisch unterstreichen. Das wiederum ist mit einem seltenen oder einzigartigen Kleidungsstück eher möglich als mit einem Massenprodukt von der Stange. Gerade wahre Vintage Liebhaber möchten dann auch das Original, denn dadurch entsteht zudem eine Verbindung zu den Idolen aus dieser Zeit. Laut Cameron Silver dienen historische Vorbilder auch den Designern oft als Inspiration. Eine weitere Rolle im Vintagetrend spielt die Qualität. Früher wurden die Kleidungsstücke nicht schnell und günstig in China, Indien, Bangladesh etc. produziert, sondern oft noch im eigenen oder einem Nachbarland. Hervorragende Qualitätabzuliefern stand, wie auch beim Wein, damals für die Unternehmen absolut im Fokus, wohingegen diese heute im Wettbewerb oft auf der Strecke bleibt. 

Models auf einem Laufsteg.Models auf einem Laufsteg.

Wird die Mode, die wir heute tragen, mal als Vintage gelten? Wendet man die 20-25 Jahre Regel an, ganz bestimmt. Geht man aber nach der Eingrenzung von 1920 bis Ende der 80er, die für sich als Jahrzehnte betrachtet oft sehr mutige und große Neuerungen in der Frauenmode mit sich brachten, dann vermutlich eher nicht. Auch die vorherrschende Schnelllebigkeit und Massenproduktion, gerade in der Fashionwelt, wird das Hervorbringen „erlesener“ Kleidungsstücke mit Unikatcharakter, für die „Vintage“ ja auch steht, erschweren. Echtes Vintage und auch Retro haben hingegen gute Chancen, in der Mode zu überdauern.
 
Wenn Sie sich für echte Vintage Kleidung interessieren und Ihre Verwandten oder Freunde älterer Generationen die alten Kleidungsstücke schon entsorgt haben, kann sich ein Besuch auf dem Flohmarkt oder in Secondhand Läden lohnen. ReSales hat beispielsweise in einigen Stores separate Vintage-Abteilungen, in denen Sie nach einzigartigen Fundstücken Ausschau halten können. Sie haben keinen ReSales Store in Ihrer Nähe? Dann schauen Sie doch gleich noch in unserem Online Shop vorbei. Viel Spaß beim Stöbern! Hier schonmal eine kleine Auswahl:

Autorin des Artikels: Patricia Suchan 

 

Quellen:

www.giga.de/ratgeber/specials/was-ist-vintage-ein-schlagwort-aus-der-mode-schnell-erklaert/
www.glamour.de/mode/artikel/modetrends-fruehjahr-sommer
www.vintasticworld.com/2018/05/14/unterschied-retro-vintage/
www.victoriaweber.de/blog/y2k
www.zeitjung.de/vintage-warum-lieben-wir-die-modernitaet-der-vergangenheit/
www.glossar.wein.plus/vintage

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